„Ein Mann geht durch den Raum, während ihm ein anderer zusieht. Das ist alles, was zur Theaterhandlung notwendig ist.“ (Peter Brook)

„Strategien des Zuschauens“ / eine performative Feldforschung von Ines Wuttke

In der stadträumlichen Inszenierung „Strategien des Zuschauens“ setze ich mich mit der Definition von Theater und Inszenierung an der Schnittstelle von Fiktion und Realität auseinander. Können Abläufe oder Situationen im alltäglichen Leben als theatrale Vorgänge wahrgenommen werden? Könnte man eine Inszenierung allein darauf reduzieren, dass es ein bewusstes Zuschauen gibt? Und alles, was sich vor den Augen des Rezipienten abspielt, Theater sein kann?
Es ist ein Spiel mit der subjektiven Wahrnehmung und der Konstruktion von Realität, in der alltägliche Gesten und Handlungen, Hierarchien und Werte in Frage gestellt werden sollen.
„Strategien des Zuschauens“ soll eine konstruktive Unterbrechung des Alltags sein durch die Möglichkeit eines distanzierten Blicks auf Gewohntes und Vertrautes. Es ist ein Täuschungsmanöver, in dem die Realität verdächtigt wird, Fiktion zu sein und andersrum. Es bedient sich der Ästhetik der Unsichtbarkeit, der Flüchtigkeit, der Verweigerung, da es nur temporär existiert, verdeckt agiert und niemals allumfassend rezipiert werden kann. Die eingeladenen ZuschauerInnen werden als AkteurInnen der Beobachtung mit auf der „Bühne“ sein und so zu MitproduzentInnen im Erfahrungsraum. Dokumentiert wird das Geschehen durch teilnehmende BeobachterInnen aus verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen, die das Beobachtete schriftlich festhalten und reflektieren.

Ines Wuttke, geboren 1984 in München, hat Medienkunst, Szenographie und Kunstwissenschaft an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, sowie an der Zürcher Hochschule der Künste studiert. 2013 wechselte sie ans Institut für Angewandte Theaterwissenschaften, Giessen. Sie arbeitet in ihrer künstlerischen Forschung an der Schnittstelle von Dokumentation und Inszenierung und transformiert dies in den urbanen Raum. Für Ines Wuttke ist der öffentliche Raum ein politischer Versammlungs- und Verhandlungsort und somit der unmittelbarste Ort, um Kunst zu zeigen und zu rezipieren.

PORTFOLIO

künstlerisch-wissenschaftliches Team :

  • Elke Hennen, Objektkünstlerin und Performerin
  • Seraphine Noemi Meya, Kunstwissenschaftlerin und Aktivistin
  • Anika Reidt, Graphik-Designerin
  • Onur Agbaba, Theaterwissenschaftler und Performer

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